Ich habe lange nicht verstanden, dass genau das meine Arbeit ist.

Zusammenhänge sehen. Dinge miteinander verbinden. Fragen stellen, auf die vorher niemand gekommen ist. Und ziemlich schnell merken, wenn das offensichtliche Problem wahrscheinlich gar nicht das eigentliche ist.

Lange war das für mich nichts Besonderes. Ich dachte, ich denke eben so.

Ich habe mehr als zwei Jahrzehnte eine Werbeagentur geführt, Unternehmen beraten, Marken entwickelt, Websites konzipiert, Projekte gestartet, Vereine gegründet und immer wieder Menschen dabei begleitet, etwas sichtbar zu machen, das vorher nur als Idee in ihrem Kopf existierte.

Dabei hat mich schon immer weniger interessiert, ob etwas nach Lehrbuch richtig ist. Mich hat interessiert, warum etwas funktioniert. Oder warum eben nicht.

Warum jemand fachlich großartig ist und sich trotzdem nicht zeigen kann. Warum ein Angebot eigentlich stimmt und trotzdem niemand darauf reagiert. Warum jemand genau weiß, was zu tun wäre und es trotzdem nicht tut.

Irgendwann habe ich verstanden, dass ich dabei längst nicht mehr nur auf Marketing geschaut habe.

Ich habe auf den Menschen dahinter geschaut.

Ich war nie besonders gut darin, Dinge in Schubladen zu lassen.

Business ist Business. Familie ist Familie. Persönlichkeit ist Persönlichkeit. So funktioniert mein Kopf nicht. Denn wir nehmen uns selbst überallhin mit.

Unsere Art zu denken. Unsere Erfahrungen. Unsere Ängste. Unsere Begeisterung. Unsere Wahrnehmung. Die Dinge, die uns leichtfallen, und diejenigen, an denen wir scheinbar immer wieder hängenbleiben.

Deshalb kann jemand zu mir kommen, weil er mit seinem Business nicht weiterkommt – und wir entdecken möglicherweise einen Zusammenhang, der mit Marketing zunächst überhaupt nichts zu tun hat.

Vielleicht geht es um Sichtbarkeit. Um Erwartungen. Um die Angst, zu viel zu sein. Um das Gefühl, nicht genug zu können. Um tausend Ideen gleichzeitig. Um Strukturen, die bei allen anderen zu funktionieren scheinen, nur bei einem selbst nicht.

Und manchmal verändert sich der Blick noch einmal, wenn Neurodivergenz ins Spiel kommt.

Nicht als neue Schublade.

Sondern als mögliche Erklärung dafür, warum das eigene Leben an manchen Stellen so viel mehr Kraft kostet als gedacht.

Irgendwann wurden aus vielen einzelnen Puzzleteilen Zusammenhänge.

Mein Weg war nie besonders geradlinig. Ich habe mich mit Marketing und Kommunikation beschäftigt, mit Positionierung, mit Erwachsenenbildung, Persönlichkeitsentwicklung und unterschiedlichsten Modellen, die versuchen zu erklären, warum Menschen denken, fühlen und handeln, wie sie es tun.

Ich habe gelernt, ausprobiert, verworfen, hinterfragt, neu zusammengesetzt. Und gleichzeitig habe ich in meinem eigenen Leben immer deutlicher verstanden, was es bedeutet, anders wahrzunehmen und anders zu denken. Neurodivergenz ist für mich deshalb kein theoretisches Thema.

Ich kenne dieses schnelle Denken. Das Scannen. Die vielen Interessen. Das Wahrnehmen von Zwischentönen. Das Gefühl, Dinge zu sehen, bevor man sie überhaupt richtig erklären kann. Die Begeisterung für etwas Neues – und die Frage, warum das, was für andere selbstverständlich funktioniert, bei einem selbst manchmal überhaupt nicht funktioniert. Auch durch unsere Erfahrungen als Familie habe ich noch einmal ganz anders gelernt, auf Verhalten zu schauen.

Nicht zuerst zu fragen:
„Wie bekommen wir das weg?“

Sondern:
„Warum ergibt das für diesen Menschen gerade Sinn?“

Dieser Unterschied hat meinen Blick auf Menschen grundlegend verändert.

Ich glaube nicht, dass Menschen repariert werden müssen. Ich glaube, dass sehr vieles verständlich wird, wenn wir endlich den richtigen Zusammenhang sehen.

Und dann gibt es da noch etwas, das sich nicht immer logisch erklären lässt.

Ich arbeite sehr analytisch. Ich kann Informationen schnell sortieren, Muster erkennen und Dinge sprachlich auf den Punkt bringen.

Und gleichzeitig verlasse ich mich nicht ausschließlich auf das, was sich mit dem Kopf erfassen lässt.

Ich nehme viel wahr. Manchmal entsteht eine Frage oder ein Zusammenhang, bevor ich erklären könnte, wie ich darauf gekommen bin. Deshalb haben auch Intuition, Feldarbeit, Radiästhesie und meine Beschäftigung mit energetischen und spirituellen Ansätzen ihren Platz in meiner Arbeit.

Nicht als etwas, das du glauben musst. Und auch nicht als Methode, die über jedes Thema gestülpt wird. Sondern als weitere Möglichkeit, hinzuschauen, wenn sie für dich und dein Thema passt.

Ich muss mich nicht zwischen Verstand und Intuition entscheiden. Beides gehört zu meinem Blick.

Vielleicht war genau das immer mein roter Faden.

Wenn ich heute zurückblicke, sehe ich keinen perfekt geplanten Berufsweg.

Ich sehe eine Werbeagentur. Unzählige Kunden und Projekte. Ideen, die ich unbedingt ausprobieren musste. Weiterbildungen und Themen, in die ich mich komplett vergraben habe. Menschen, deren Geschichten mich beschäftigt haben. Meine eigene Entwicklung. Unsere Erfahrungen als Familie. Umwege, Neuanfänge und ziemlich viele Momente, in denen ich dachte: Was mache ich hier eigentlich gerade?

Lange sah das nach vielen einzelnen Dingen aus. Heute sehe ich, was sie miteinander verbindet. Mich hat immer interessiert, was unter der Oberfläche liegt.

Ich möchte verstehen, warum etwas so ist, wie es ist. Ich stelle Fragen. Ich verbinde Informationen. Ich entdecke Muster. Und irgendwann liegt zwischen all den einzelnen Puzzleteilen ein Faden, der vorher nicht sichtbar war.

Vielleicht ist genau deshalb aus einer Werbeagentur irgendwann diese Arbeit entstanden. Nicht, weil ich irgendwann beschlossen habe, Menschen begleiten zu wollen. Sondern weil ich irgendwann verstanden habe, dass ich es längst getan habe.

Und wer ist Constanze, wenn sie gerade keine Zusammenhänge sucht?

Seit mehr als 25 Jahren selbstständig.
Und vermutlich deshalb einigermaßen allergisch gegen Lösungen, die in der Theorie großartig funktionieren und im echten Leben niemand durchhält.

Scanner durch und durch.
Ich kann mich für erstaunlich viele Dinge gleichzeitig begeistern. Inzwischen versuche ich nicht mehr, daraus endlich „eine Sache“ zu machen.

Mutter einer neurodivergenten Tochter.
Dadurch habe ich noch einmal neu gelernt, wie groß der Unterschied zwischen „will nicht“ und „kann gerade nicht“ sein kann – und wie wenig hilfreich Standardlösungen manchmal sind.

Ich liebe Sprache.
Nicht möglichst schöne Worte, sondern diesen einen Satz, bei dem jemand plötzlich sagt: „JA. Genau das meine ich.“

Ich mag ungewöhnliche Werkzeuge.
Wenn etwas mir hilft, einen Menschen oder einen Zusammenhang besser zu verstehen, möchte ich wissen, wie es funktioniert.

Und irgendwann Südfrankreich.
Weil ein Leben nicht nur aus Arbeit, Entwicklung und dem nächsten Projekt bestehen sollte. Und weil manche Visionen ruhig lange mitlaufen dürfen.

Du willst noch ein bisschen mehr Constanze?
Warum ich vermutlich nie nur eine Sache machen werde, welche völlig unnützen Dinge mich begeistern und was es sonst noch über mich zu wissen gibt, habe ich irgendwann in meinen Fun Facts gesammelt.
→ Zu meinen Fun Facts

Was du bei mir nicht bekommst

Ich werde dir nicht erklären, wie du dein Leben richtig zu führen hast. Ich werde dir keine Diagnose stellen und dir auch nicht versprechen, dass nach einem Gespräch alles gelöst ist.

Ich sehe meine Arbeit auch nicht als Ersatz für Therapie, medizinische Behandlung oder andere Fachberatung, wenn genau diese gebraucht wird.

Was ich kann, ist etwas anderes.

Ich kann mit dir auf das schauen, was bereits da ist. Ich kann sehr unterschiedliche Informationen gleichzeitig im Blick behalten, Fragen stellen, Zusammenhänge sichtbar machen und Worte für Dinge finden, die bisher vielleicht nur als diffuses Gefühl vorhanden waren.

Und dann entscheidest du, was davon für dich stimmt und was du damit machen möchtest.

Vielleicht müssen wir nicht zuerst wissen, wohin es geht.

Manchmal reicht es, gemeinsam herauszufinden, warum du an der Stelle stehst, an der du gerade stehst. Wenn du beim Lesen an einer Stelle gedacht hast: „Genau das ist mein Thema“, dann schreib mir. Wir müssen vorher weder wissen, in welche Schublade es gehört, noch was am Ende dabei herauskommt.

Copyright © 2026 Constanze Mai