Mein Weg war nie besonders geradlinig. Ich habe mich mit Marketing und Kommunikation beschäftigt, mit Positionierung, mit Erwachsenenbildung, Persönlichkeitsentwicklung und unterschiedlichsten Modellen, die versuchen zu erklären, warum Menschen denken, fühlen und handeln, wie sie es tun.
Ich habe gelernt, ausprobiert, verworfen, hinterfragt, neu zusammengesetzt. Und gleichzeitig habe ich in meinem eigenen Leben immer deutlicher verstanden, was es bedeutet, anders wahrzunehmen und anders zu denken. Neurodivergenz ist für mich deshalb kein theoretisches Thema.
Ich kenne dieses schnelle Denken. Das Scannen. Die vielen Interessen. Das Wahrnehmen von Zwischentönen. Das Gefühl, Dinge zu sehen, bevor man sie überhaupt richtig erklären kann. Die Begeisterung für etwas Neues – und die Frage, warum das, was für andere selbstverständlich funktioniert, bei einem selbst manchmal überhaupt nicht funktioniert. Auch durch unsere Erfahrungen als Familie habe ich noch einmal ganz anders gelernt, auf Verhalten zu schauen.
Nicht zuerst zu fragen:
„Wie bekommen wir das weg?“
Sondern:
„Warum ergibt das für diesen Menschen gerade Sinn?“
Dieser Unterschied hat meinen Blick auf Menschen grundlegend verändert.